Aktionstag „Fair antworten“ der FOS war ein Erfolg

Am 6. März 2020 fand an der BBS 14 der sechste Aktionstag „Fair antworten“ der Fachoberschule Wirtschaft statt, an dem sechszehn Gruppen der gesamten Schulgemeinschaft verschiedene Aspekte einer sozial und ökologisch nachhaltigen Entwicklung vorstellten.

Die Themen lauteten im Einzelnen:

  • Lebensmittelverschwendung und Lösungen in Hannover
  • Nachhaltige Kosmetik (mit selbst hergestellten Alternativen)
  • Der eigene ökologische Fußabdruck
  • Plastikmüll und die Folgen
  • Richtig Müll trennen
  • Mobilität der Zukunft
  • Alltagstaugliche Maßnahmen gegen den Klimawandel
  • Hausaufgabenhilfe für minderjährige Geflüchtete
  • Die Verschmutzung der Meere
  • Umgang mit der Ressource: Strom
  • Fairtrade – Informationen und Aufruf zum Mitmachen
  • Vor- und Nachteile von Elektroautos
  • Biodiversität – Lebensraum für Insekten schaffen
  • Switch to book lending – Kopien an der BBS 14 sinnvoll reduzieren
  • Nachhaltiger Konsum – ein Selbstversuch
  • Handys – zu wertvoll für die Schublade

Da nicht auf alle Inhalte genauer eingegangen werden kann, stellen wir im Folgenden die Informationen ausgewählter Projektgruppen vor:

Das Ergebnis der Gruppe: Kosmetik:

In der heutigen Zeit spielt gerade bei jungen Fragen Kosmetik eine immer größere Rolle, wobei ein Großteil dieser Kosmetik nicht nachhaltig produziert wird, sodass wir uns, bei unserem Projekt „Nachhaltige Kosmetik“ auf die Faktoren Mikroplastik, Tierversuche und selbsthergestellte Kosmetik konzentriert haben.

Mikroplastik stellt hierbei einen großen Punkt dar, da sie in den meisten Kosmetikartikeln enthalten sind, ohne dass man diese erkennen kann. In Deutschland sind es 300.000 Tonnen im Jahr, was 4 Kilo pro Person entspricht, davon entfallen 500 Kilo alleine auf die Kosmetik. Mikroplastik wird als Füll-/Bindemittel, oder auch als Peelingpartikel eingesetzt, wodurch die Konzerne Geld sparen, da sie beispielsweise weniger Produkt in die Duschgelflasche füllen müssen. Leider sind die Firmen sehr intransparent, was die Menge des Mikroplastiks in den Produkten angeht, sodass der Konsument die wirkliche Menge nicht nachverfolgen kann. Außerdem stellt Mikroplastik eine große Gefahr für Mensch und Umwelt dar, da es selbst in Kläranlagen nicht genügend herausgefiltert werden kann, sodass diese Teilchen auf die Felder gelangen.

Tierversuche hingegen sind leichter nachzuverfolgen, da es von „PETA“ oder ähnlichen Organisationen Listen mit tierversuchsfreier Kosmetik gibt, die einfach für den Konsumenten zu finden sind. Obwohl in Deutschland schon seit 1986 Tierversuche für Kosmetika verboten sind, gibt es dennoch Schlupflöcher, da die Gesetze für einige eine Frage der Auslegung sind, oder sie schlicht und einfach im Ausland testen und produzieren. Solange der Konsument die an Tieren getestete Kosmetik kauft, werden diese auch bestehen bleiben, erst wenn die Konsumenten umdenken und sich gegen diese Kosmetik entscheiden, wird diese auch zum Erliegen kommen. Die Forschung macht immer weitere Fortschritte, sodass heutzutage die Versuche an Tieren für Kosmetika nicht mehr nötig sind und sie lieber simuliert, am Computer getestet werden sollte.

Für Mikroplastik und Tierversuche ist Naturkosmetik, von „Lavera“, oder „Alverde“, um nur zwei bekanntere Marken zu nennen, die sowohl auf Tierversuche verzichten, als auch auf Mikroplastik eine gelungene Alternative. Für die einen scheint dies jedoch bloß „teure Kosmetik“ zu sein, die nicht im Trend ist, allerdings ist dies ein bekanntes Vorurteil. Im Gegensatz zu „Markenkosmetik“ ist der Preis zwar höher, dafür allerdings nachhaltig produziert, ohne dass Tiere dafür leiden mussten. Außerdem sinkt der Preis, wenn die Nachfrage steigen wird.

Eine weitere Alternative stellt selbsthergestellte Kosmetik dar. Während unseres Projekts haben wir festgestellt, dass es bei der Auswahl der selbsthergestellten Kosmetik auf die Inhaltsstoffe ankommt, da es genügend Rezepte gibt, die mit einfachen Hausmitteln herzustellen sind und wahre Wunder wirken, wie beispielsweise eine Gesichtsmaske aus Quark und Gurke. Natürlich ist der Aufwand größer als bei einer gekauften Maske, jedoch muss man sich keine Sorgen um die Inhaltsstoffe machen, außer natürlich der Quark ist abgelaufen.

Der Schlüssel zu nachhaltiger Kosmetik lautet Akzeptanz und vor allem Bewusstsein, was nachhaltige Kosmetik überhaupt bedeutet. Also macht euch vertraut mit dem Thema und überlegt, ob ihr nicht 2 Euro mehr investieren wollt, es aber dann mit guten Gewissen benutzen könnt.

Das Ergebnis der Projektgruppe Mülltrennung:

Das Thema Müll gewinnt in der aktuellen Zeit immer mehr Bedeutung. Mit der Fridays-For-Futur-Bewegung zeigen immer mehr junge Menschen, dass wir uns für die Umwelt einsetzen müssen, wenn wir zukünftigen Generationen auf diesem Planeten wie wir es kennen ermöglichen wollen.

226,5 Kilo Verpackungsmüll pro Einwohner sind im Jahr 2017 in Deutschland angefallen. Die unglaublichen Müllmassen, die sich in den Jahren gebildet haben, zeigen immer deutlicher die Probleme, die mit Plastik und Co. einhergehen. Wir hören von Schlagzeilen wie „Im Jahr 2030 wird mehr Müll in den Meeren zu finden sein als Fische“. Wir brauchen aber noch nicht einmal die Zeitung aufschlagen, um die Auswirkungen unseres Konsums zu sehen; es reicht ein Blick an die Autobahnabfahrten, in den Maschsee oder etwa auf die Straßen, an denen wir wohnen, wenn die Müllabfuhr kommt. Überall befinden sich riesige Tonnen voll mit Müll und bei jedem Sturm landet dieser Müll dann überall in der Welt, sogar in den Weltmeeren.

Auch wenn Deutschland das Recyceln erfunden hat, können nur 70% des Verpackungsmülls wieder in den Umlauf gebracht werden. Nicht einmal die Hälfte (49,7%) des Jahresverbrauchs eines einzelnen Menschen in Deutschland in Höhe von 38,6 Kilogramm Plastikmüll kann aufbereitet werden. Ungefähr ein Sechstel des gesamten Plastikmülls (ca. 1 Mio. Tonnen) werden aus Deutschland in die weitaus ärmeren Länder wie Indien, auf die Philippinen oder nach Afrika verschifft, um dort gelagert zu werden. Der Rest wird in Deutschland verbrannt, wodurch große Mengen CO² erzeugt werden.

Diese Zahlen zeigen deutlich, dass wir anfangen müssen erhebliche Mengen an Müll einzusparen. Der Trend „Zero Waste“ klingt komplizierter als er tatsächlich umzusetzen ist. Zero Waste bedeutet nämlich nichts anderes als Müll zu vermeiden und dabei hilft uns nicht nur unser technischer Fortschritt in vielen Bereichen, sondern auch eine Anfrage bei den Großeltern. Die Einmachgläser, das Stofftaschentuch oder die geflickten Hosen. Das sind alles Dinge, die unsere Großeltern (teilweise bis heute) noch so verwenden. Auch wir könnten uns an solche alten Verhaltensweisen gewöhnen und damit einen Beitrag zur Müllvermeidung leisten.

Wer Müll vermeiden möchte muss sich nur drei Fragen stellen:

  1. Benötige ich das Produkt wirklich?
  2. Kann ich das Produkt mehrfach verwenden?
  3. Gibt es das Produkt auch in einer besseren Qualität und ohne Verpackung?

Natürlich gibt es mittlerweile auch eine Menge Tipps im Internet. Bei Produkten, bei denen man für sich noch keine passende Zero-Waste-Alternative gefunden hat, sollte man zumindest auf die Recyclingfähigkeit achten. Dafür ist es natürlich wichtig, dass man weiß, wie Produkte vernünftig getrennt werden. Dabei denken sich viele, dass Mülltrennung keine schwierige Aufgabe ist und das stimmt grundsätzlich auch. Jedoch kennen viele Menschen leider nicht genau die Bedeutung von Symbolen, wie z.B. den Grünen Punkt oder die Vorgabe des zuständigen Kreis-Abfall-Wirtschaft. Meistens sind es nur kleine, aber entscheidende Änderungen, die man im eigenen Haushalt umsetzen muss. Informationen zur richtigen Mülltrennung findet man ganz leicht bei AHA im Internet.

MÜLL ist ein großes Thema in unserer Gesellschaft, aber das heißt nicht, dass wir nicht schaffen können in diesem Bereich nachhaltiger zu werden.

Es war insgesamt ein sehr informativer Tag mit vielen neuen Ideen und ein weiterer Schritt auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit im Alltag.